Zuerst Tränen – dann doch ein EM-Titel

Abensberger Judo-Mädel Raffaela Igl verpasst Bronze im Einzel, findet aber Trost mit Team-Gold.

Am Frankfurter Flughafen wartete Raffaela Igl bei ihrem Rückflug aus Litauen auf die Anschlussmaschine nach München und fasste ein klares Fazit: „Platz fünf im Einzel und Gold mit Deutschland – ich denke, ich kann mit der U18-Europameisterschaft gut leben“, so die 16-jährige Judo-Dame vom TSV Abensberg. Nach verpasster Bronze-Medaille und ein paar Tränen brachte der Mannschaftswettbewerb in Kaunas einen versöhnlichen Abschluss – und die Nominierung für die WM.

Für die Rottenburger Gymnasiastin war die U18-EM der erste internationale Titelkampf überhaupt. Nervosität kannte Igl zum Auftakt in den Poolkämpfen bis 70 kg nicht. Die Slowakin Nina Gersiova hatte sie „jederzeit im Griff“, auch wenn das Duell über volle vier Minuten ging. Mit der Kroatin Lena Stengl machte sie über eine Wurftechnik und einen Festhaltegriff kurzen Prozess.

Zum Leidwesen der TSV-Athletin stand im Halbfinale das unvermeidliche Kräftemessen mit ihrer überragenden Teamkollegin Marlene Garlandi an. „Ich hätte es diesmal fast geschafft, ein paar Mal war ich mit guten Griffansätzen dran.“ Doch im deutschen Duell behielt die ein Jahr ältere Garlandi einmal mehr die Oberhand und sicherte sich im Anschluss auch Gold.

 

Flinke Italienerin nicht zu fassen

Igl hatte gegen die Italienerin Martina Esposito im kleinen Finale die Chance auf Bronze. „Ich kenne sie von früheren Kämpfen. Sie ist flink und schwierig zu fassen. Ich habe mein Bestes gegeben.“ Aber es sollte nicht reichen. Zunächst schaffte die Abensbergerin nach einem Rückstand noch den Ausgleich, aber mit zwei weiteren Wertungen krallte sich die Italienerin Rang drei. „Im ersten Moment war die Enttäuschung schon groß und ich habe auch ein paar Tränen verdrückt.“

Spätestens als Bundes- und Landestrainerin ihr beschieden, sie hätte einen „super Tag“ abgeliefert, erhellte sich die Miene der 16-Jährigen wieder. „Mit Rang fünf bin ich in der europäischen Spitze dabei und habe noch ein Jahr in der U18 vor mir“, strich sie das Positive hervor.

Noch besser wurde es am letzten EM-Tag im Mannschaftswettkampf. Die deutschen Mädels marschierten mit Siegen über die Niederlande, Russland, Frankreich und Serbien zum Titel. Igl stand im Kader, wurde aber nicht eingesetzt. Ob für sie Gold dennoch zähle? „Hallo?! Das ist meine Mannschaft und ich war bei der Siegerehrung auch auf dem Podest“, erklärte sie bestimmt. Das Ticket für die U18-WM in Santiago de Chile Mitte August ist ein weiterer Ritterschlag für die junge Athletin. „Es ist ein tolles Jahr“, freut sich Igl.

Hier noch ein Link zur Homepage des BJV mit einer Zusammenfassung und einem Rückblick zur EM, auch im speziellen zu Raffaela:

http://www.b-j-v.de/artikel/sportgeschehen2/60-leistungssport/274-review-europameisterschaften-in-kaunas

 

Kategorien: News

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