Sebi Seidl arbeitet an seinem Comeback

Das Interview führte Martin Rutrecht von der MZ

Olympia-Starter des TSV Abensberg schließt Prüfungen zum Polizeimeister ab. Die WM und Tokio 2020 gibt er als Ziele aus.

Ein „kleines Kommunikationsproblem“ nennt er es. Unter den Startern beim Judo-Grand-Prix ab Freitag in Düsseldorf wird auch Sebastian Seidl, der Rio-Olympionike vom TSV Abensberg, aufgelistet. „Ich trete aber nicht an. Das habe ich mit dem Bundestrainer bereits vor drei Monaten abgesprochen. Es kommt zu früh für mich“, sagt der 26-jährige Athlet der 66 kg-Klasse. Seidl steckt nach Abschlussprüfungen in der Polizeischule erst im Aufbau. Vor etwa einem Monat legte der Pförringer seine letzten Klausuren ab. „Ich bin jetzt Polizeimeister“, berichtet er im Gespräch mit unserem Medienhaus. Für den Judo-Leistungssport ist er aber das ganze Jahr freigestellt. „Ich muss nur zwei Monate ab Mitte September in eine Dienststelle, dafür habe ich mir Germering ausgesucht, das liegt nahe an unserem Trainingsstützpunkt in Großhadern.“ Die Rückkehr vom Unterrichtsraum in die Halle war „anfangs sehr hart“, so Seidl. „Da gibt’s kein langes Fackeln, es ging sofort mit zwei Trainingseinheiten täglich in die Vollen.“ Für ein internationales Kräftemessen beim Heim-Grand Prix in Düsseldorf sei er noch nicht gerüstet. „Ich kann dort nichts gewinnen. Deshalb macht es keinen Sinn anzutreten.“ Sein Comeback nach über einem halben Jahr Pause seit den Olympischen Spielen in Rio wird der 26-Jährige Mitte März bei einem Turnier in Zürich geben.

Viele Trainingslager, auch in Japan

Nach Düsseldorf fährt er dennoch, aber erst am Sonntag, um an einem internationalen Trainingslager teilzunehmen. „Ich muss wieder auf 100 Prozent kommen und ich denke, dass ich es bis zur WM Ende August hinkriege.“ Die Weltmeisterschaften in Ungarn sind Seidls großes Ziel in diesem Jahr. „Budapest ist nicht weit entfernt, da können auch Familie und Freunde mit. Ich möchte unbedingt dabei sein.“

Automatisch gesetzt für die WM ist der Dritte der Europaspiele von 2015 nicht. „Ich muss natürlich meine Leistungsnachweise erbringen. Diese werde ich bei zwei Weltcups im Juni anstreben.“ Zuvor geht Seidl vornehmlich auf Trainingslager-Tour, von Berlin-Kienbaum über Teneriffa bis Japan im Mai.

Das frühe Aus in Rio in der ersten Runde gegen den späteren Olympiasieger Fabio Basile hat der Pförringer überwunden. „Ich denke nicht mehr dran. Es gibt mir eher einen Motivationsschub, dass ich es noch mal probieren will.“ Der Abensberger Recke hat deshalb Olympia 2020 in Tokio im Auge. „Sollte ich verletzungsfrei bleiben und auch sonst alles stimmen, sehe ich Tokio durchaus als Fernziel.“

Vorfreude auf die Bundesliga

Eine nahe Herausforderung wird die Judo-Bundesliga mit dem TSV sein. „Ich freue mich mega auf die Auftritte. Wenn ich zu Trainingslagern weit weg bin, werde ich natürlich nicht zu einem Kampftag extra einfliegen. Aber wenn es geht, möchte ich dabei sein.“

In Düsseldorf halten andere Babonen die Farben des deutschen Rekordmeisters hoch. Schon am Freitag sind Philip Graf (60 kg) und Manuel Scheibel (66 kg) im Einsatz. Neuzugang Benjamin Münnich (81 kg) und Marc Odenthal (90 kg) greifen auch an – und eine Reihe neuer Legionäre des TSV.

Kategorien: News

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