Letzte Mission des Otto Kneitinger

Bericht von der MZ

Sieg in der Golden League würde das Bundesliga-Comeback des Rekordmeisters Abensberg nach dem freiwilligen Rückzug krönen. Von Dieter Krelle, MZ

Alle Jahre wieder und kurz vor Weihnachten streben die Judokas des deutschen Rekordmeisters TSV Abensberg mit einer Medaille im Landesmeister-Pokal die Krönung einer Saison an, die mit der Rückkehr in die Eliteliga und der Absegnung der Ligen-Reform bereits das vorletzte Etappenziel erreicht hat. Nach dem freiwilligen Rückzug in die Regionalliga zugunsten einer ungestörten Olympiavorbereitung der vielen Spitzenathleten wäre dies das absolute Highlight eines außergewöhnlichen Experiments. Dass der so angestrebte Erfolg nicht uneingeschränkt planbar ist mussten viele Athleten und Ehrenabteilungsleiter Otto Kneitinger in den Tagen von Rio erkennen. Doch mit Olympiasieger Lukas Krpalek (100 kg) und Travis Stevens (81 kg), der als Zweiter abschloss, stehen zwei Kämpfer für die Babonen beim Treffen der europäischen Königsklasse in Grozny auf der Matte, die am Samstag eine Medaille und damit die erneute Qualifikation für die Golden League der Fünfer-Mannschaften erkämpfen wollen.

 

 

Vorsichtiger Optimismus beim TSV

 

„Es wird schwer, aber ich vertraue auf den Teamgeist meiner Jungs“, verströmte Cheftrainer Jürgen Öchsner vor dem Abflug nach Wien, von wo aus es für mehrere Teams per Sammel-Charter in die Hauptstadt der autonomen Teilrepublik Tschetschenien ging, vorsichtigen Optimismus. Und das, obwohl mit den Olympiastartern Sebastian Seidl (66 kg - Abschlussprüfung bei der Landespolizei) und Sven Maresch (81 kg) sowie Dimitri Peters (100 kg - beide Pflicht-Lehrgänge bei der Bundeswehr) wichtige, den Mannschaftsgeist prägende Kämpfer fehlen. Und auch der beim Militär engagierte Ukrainer Georgi Zantaraia (66 kg) wird fehlen.

Eine echte Bewährungsprobe auch für die Manager-Qualitäten von Fabian Seidlmeier, der zusammen mit Stefan Kneitinger künftig als Nachfolger der natürlich vor Ort noch unterstützend wirkenden Vereins-Ikone Otto Kneitinger die sportlichen Geschicke des TSV leiten soll.

 

Das Aufgebot dafür ist qualitativ hochwertig genug: U23-Vizeeuropameister Manuel Scheibel (66 kg) wird von Orkhan Safarov (Asserbaidschan) und Robert Mshvobadze (Russland) unterstützt, Olympiastarter Igor Wandtke und sein Vorgänger Christopher Völk (73 kg) sind neben Sagi Muki das Pflichtelement für die drei deutschen Besetzungen pro Kampf, das auch mit dem Grand Slam-Zweiten von Tokio, Dominic Ressel, und dem Neuzugang Benjamin Münnich (81 kg) aus Köln erfüllt wird.

Das Ende einer langen, bewegenden Karriere will Olympiasieger Ilias Iliadias (90 kg) - „Für mich ist das eine Herzensangelegenheit“ - an der Seite von Marc Odenthal, Robert Dumke und dem in die neue Gewichtsklasse aufgerückten Trevor Stevens mit einem erfolgreichen Auftritt feiern. Und die Olympiastarter Krpalek und Andre Breitbarth sollen es in der schwersten Klasse richten. Ob das für den ersten Titelgewinn seit 2013 reicht, der der neunte wäre?

 

Krönung der kurzen Trainerlaufbahn im Visier

 

„Vieles wird von der Auslosung entschieden“, glaubt Jürgen Öchsner, für den nach Platz zwei in Wien ein Sprung ganz oben aufs Treppchen die Krönung seiner kurzen Trainerlaufbahn beim TSV wäre. Die Hürden davor sind neben Sporting Club de Portugal vor allem der im Vorjahr knapp 3:2 gegen den TSV siegreiche georgische Club Fighter Tiblisi um den Olympia-Zweiten Varlan Liperteliani und der Putin-Club Yawara Neva St. Petersburg. Der stellt mit Khasan Khalmuzarev (81 kg) einen Olympiasieger und mit Michael Puyaev, Kyrill Denisov, Renat Saidov oder Musa Mogushkov WM-Medaillen-Gewinner.

 

Höchst interessant ist die Tatsache, dass das Abensberger Durchhalten auf höchstem internationalen Niveau jetzt auch in Deutschland Nachfolge-Gelüste geweckt hat. Am Samstag wollen in Belgrad bei den zweitklassigen European Championschips mit dem aktuellen Deutschen Meister aus Hamburg und dem JC Leipzig bei den Herren und dem ehemaligen Öchsner-Club TSG Backnang bei den Damen den Aufstieg in die vier Plätze der Golden League schaffen, die derzeit Sagaredjo FF Superstars, Shevardeni (beide Georgien), Green Hill Nalchikj (Russl.) und Gastgeber Team Edelweiss Grozny belegen.

Kategorien: News

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