Jahn kämpft auf Abensberger Matte

Die Mittelbayerische berichtet

U14 des Drittligisten trainiert beim Judo-Rekordmeister. Die Youngsters schwitzen unter dem TSV-Chefcoach.

Bei der Ansage von Chefcoach Jürgen Öchsner glitt manchem jungen Kicker des SSV Jahn Regensburg fast die Sporttasche von der Schulter. „Schau’n wir mal, wer die erste Stunde überlebt.“ Das breite Grinsen des Trainers der Judoka des TSV Abensberg zeigte den U14-Spielern des Drittligisten aber, dass es der Übungsleiter nicht ganz so ernst meinte. Der Profi-Nachwuchs begab sich unter Anleitung Öchsners auf unbekanntes Terrain: Die Jahn-Burschen machten in Abensberg ein Judo-Training mit.

Unter Führung ihres Trainers André Kleinknecht und seines Co-Betreuers war die U14 der Jahnschmiede zum deutschen Rekordmeister und siebenfachen Europacup-Sieger gekommen. „Entstanden ist der Kontakt über unseren Bundesliga-Kämpfer David Krämer. Die Jungs vom Jahn wollten einfach mal etwas anderes machen“, erzählt Öchsner. Nach ein paar Telefonaten stand der Termin. „Wir haben uns von Anfang an verstanden.“

Schweißtreibende Übungen

Die Nachwuchskicker sollten erleben, was so ein Judoka können muss und vor allem wie die verschiedenen Belastungen aussehen, etwa die spezielle Kraftausdauer, Schnelligkeit, Koordination und natürlich das richtige Kämpfen. Die ersten Blicke der Gäste galten den Pokalschränken des TSV Abensberg. „Sind das die Champions-League-Pokale?“, wollten die Burschen wissen. „Wer die erste Stunde übersteht, dem sage ich es“, antwortete Öchsner schmunzelnd. Freilich waren es die Trophäen des Vereins-Europacups, der Judo-Golden-League.

 

Los ging es mit einer Koordinationsübung, die den jungen Kickern schon bei der Demonstration leichte Schweißperlen auf die Stirn trieb. Aber nach den ersten zwei bis drei Durchgängen hatten sie es raus. Dann kam die nächste Hürde, das sogenannte Animal Flow-Training (Kriechgymnastik). Einen Teil davon kannten die Jahn-Kicker bereits und machten zur Überraschung des Cheftrainers „absolut exzellente Ausführungen“. „Da zeigt sich auch, dass beim SSV nachhaltig gearbeitet wird.“

Auch bei der Ausführung der Falltechniken zeigten die jungen Talente wenige Berührungsängste. Sie rollten und fielen geschickt und hatten sichtlich Spaß dabei. Was spezielle Übungen zur Körperspannung und Rumpfstabilität in sich haben, verspürten die jungen Fußballer im nächsten Trainingsabschnitt. „Vielleicht ist es in der Halle zu warm, weil manche so hochrote Köpfe haben…“, schmunzelte Öchsner.

Auch Standrds wurden trainiert

Dann war es soweit, die ersten Wettkampftechniken standen auf dem Programm. Und die Jungs bewiesen, dass sie nicht aus Pappe sind. Mit Bodenrandori wurde angefangen, eine Standardsituation im Judo. Wilde rot-schwarz gekleidete Knäuel rollten über die Matte und jeder kämpfe um eine Vorteilsposition. Eigentlich wollte der TSV-Cheftrainer Öchsner eine Einführung machen, aber die Jungs waren so gut drauf, dass es sich zum Wettkampftraining entwickelte.

Der sportliche Ehrgeiz und Trainingsfleiß war geweckt. Zum Abschluss zeigte Öchsner noch eine einfache Standtechnik, wo das Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ deutlich wurde. Jetzt war auch klar, warum vorher die Falltechnik intensiv geübt wurde. Selbst die Fußballlehrer kamen auf die Matte, um die Sportler zu unterstützen.

Wer meinte, das war’s, wurde von Jürgen Öchsner zum Schluss eines Besseren belehrt. Beim sogenannten Tabata-Zirkel wechselten sich 20 Sekunden hochintensive Belastung und 10 Sekunden Pause ab, und das ganze acht Runden lang. Mit dieser Übung wird die Belastung in einem Judokampf simuliert.

Die Ballkünstler aus der Jahnschmiede waren sich einig, das auf der Matte manches ganz anders läuft als auf dem Rasen. Abensbergs Trainer war voll des Lobes über die SSV-U14. „Die Jungs waren so was von diszipliniert, fleißig und mutig – das hat mir richtig imponiert. Mir hat es riesig Spaß gemacht, mit den Nachwuchssportlern zu arbeiten.“

Zum Abschluss überreichte Öchsner den Kickern einen Wimpel der Judoabteilung, der normalerweise nur bei der Golden League übergeben wird. Die Sportler bekamen außerdem einen Schlüsselanhänger aus einem Stück Judogürtel. Überglücklich und mit strahlenden Gesichtern verabschiedete sich die Truppe aus dem Trainingszentrum. Als eine Gegeneinladung ausgesprochen wurde, mussten die Judoka erstmal schlucken. Ein Termin für den Gegenbesuch soll bald stehen.

Kategorien: News

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