Deutsche Meisterschaften in Duisburg

Danke an Martin Rutrecht und die MZ für die Berichterstattung!

Philip Graf scheitert. „Das müssen wir analysieren.“

Auf den ersten Blick sieht es aus wie immer: Der TSV Abensberg sammelte bei den deutschen Judo-Meisterschaften der Herren und Frauen in Duisburg Titel um Titel ein. Dimitri Peters triumphierte bis 100 kg, André Breitbarth nahm im Schwergewicht Gold mit. Dazu standen die Abensberger Europacup-Fighter Igor Wandtke (73 kg) und Dominic Ressel (81 kg) ganz oben. Auf den zweiten Blick aber fehlt der Erfolg der Eigengewächse. So musste sich Philip Graf, der ambitioniert ins Jahr geht, mit Rang fünf zufrieden geben. Ein Lichtblick war Daniel Scheller.  Die Medaillenausbeute der Babonen lässt sich vervollständigen durch Silber für Marc Odenthal (90 kg), der im Finale überraschend gegen Nachwuchshoffnung Eduard Trippel (JC Rüsselsheim) verlor, und Bronze für den neuen Bundesliga-Kämpfer Benjamin Münnich (81 kg). Vieles andere gefiel TSV-Cheftrainer Jürgen Öchsner weniger. „Vor allem Philip Graf hat mit seinem fünften Platz ausgelassen. Er blieb weit hinter seinen Erwartungen.“ Der 60 kg-Athlet hat für heuer das Ziel WM ausgegeben. „Da muss er sich gewaltig steigern.“

Grübeln vor der Bundesliga-Saison

In der Vorrunde marschierte der Vorjahres-Vizemeister noch problemlos durch die Konkurrenz, auch eine Fußverletzung behinderte ihn nicht. Doch im Halbfinale setzte es den ersten Dämpfer. Der Chamer unterlag dem späteren Titelgewinner Moritz Plafky (JC Hennef). Auch das kleine Finale um Bronze gegen Marcel Bizon (JC Mönchengladbach) ging daneben. „In beiden Kämpfen war er jeweils in einer Situation unaufmerksam und schon lag er auf der Matte.“

Pech für einzige TSV-Dame

  • Neuling:

    Mit Sarah Kappler aus Peiting, die beim TSV Abensberg trainiert, waren die Babonen nach vielen Jahren auch wieder mal bei den Frauen vertreten. Die Lehramts-Studentin kämpfte in Duisburg bis 63 kg und verlor gegen Isabel Schuldt (JC Herzogenrath) bereits im ersten Kampf.

  • Kampfverlauf:

    Dabei war Kappler auf einem guten Weg. Sie fand nach Anlaufschwierigkeiten ins Duell und führte mit zwei Wertungen. Doch 19 Sekunden vor Schluss ließ sie sich von ihrer Gegnerin in einen Haltegriff zerren, aus dem es kein Entrinnen mehr gab

Das schwerste Los hatte David Krämer (73 kg) gezogen. Er durfte mit einer Wildcard antreten, traf aber gleich auf seinen favorisierten Kollegen Wandtke. Nach nur acht Sekunden verlor er. In der Trostrunde bezwang Krämer den Rüsselsheimer Tobias Schirra, doch dann waren seine Kräfte aufgezehrt. Erfreut notierte Öchsner den Einsatz von 60 kg-Athlet Daniel Scheller. Er gewann die ersten beiden Vorrundenkämpfe, ehe er an den stärkeren Vertretern seiner Gewichtsklasse scheiterte, so im Viertelfinale am späteren Vizemeister Lukas Klemm (VfL Sindelfingen).  Der Babonen-Coach wollte nichts schön reden. „Wir müssen das Abschneiden analysieren und überlegen, welche Schlüsse wir daraus ziehen. Wir stehen vor der ersten Bundesliga-Saison nach unserer Rückkehr und auf Fremdstarter dürfen wir uns nicht permanent verlassen.“ Die Trainingsintensität müsse in jedem Fall hochgeschraubt werden. Abensberger Aushängeschilder wie Olympia-Starter Sebastian Seidl und U23-Vize-Europameister Manuel Scheibel fehlten allerdings bei den Titelkämpfen.

Nur noch vier Minuten Kampfzeit

Die Meisterschaften von knapp 400 Athleten standen auch unter dem Eindruck einiger Regeländerungen. So beträgt die Kampfzeit bei den Männern nur mehr vier Minuten (wie bei den Frauen). Die kleinste Wertung – Yuko –fällt nach dem neuen Regelwerk weg. „Es gibt also nur noch Wazaari und den vollen Punkt Ippon“, erläutert Öchsner. Führten bisher zwei Wazaari (mittlere Wertung) zum vorzeitigen Sieg, helfen einem Athleten selbst mehrere dieser halben Punkte nicht zum frühzeitigen Erfolg. „Das heißt, selbst wenn ein Judoka vier, fünf Wazaari stehen hat, kann der Gegner über ein Ippon immer noch zuschlagen.“ An Shido-Bestrafungen (für falsche Griffe, Passivität, Übertreten der Matte etc.) dürfen die Athleten nur noch zwei kassieren, bei der dritten ist der Kampf aus.  Insgesamt wird das offensive Judo gestärkt, das konnte man schon in Duisburg verfolgen.“ Ließen Kämpfer bisher bei Yuko- oder Wazaari-Führungen die Zeit mit bis zu drei Shido-Bestrafungen runterlaufen, so müssen sie nun aktiv bleiben. Olympionike Marc Odenthal bekam im Finale den Effekt gleich vorgeführt: Er lag vorne, vertändelte sich aber mit zwei Strafwertungen und stand plötzlich unter Druck, nicht noch eine weitere zu kassieren. Im Bemühen wieder mehr Dampf zu machen, konterte ihn der Youngster Trippel aus.

„Weltweit wird nun das neue Regelwerk bis August getestet. Dann setzt sich der Judo-Weltverband zusammen und entscheidet, was dauerhaft bleibt“, erläutert Jürgen Öchsner. Erwartungsgemäß beherrsche „ein Durcheinander“ die ersten Auftritte nach neuem Modus. „Wenn Judo mit den Änderungen attraktiver wird, ist das eine positive Entwicklung.“

Kategorien: News

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