Abensberg verliert zwei Leistungsträger

Die Mittelbayerische berichtet, von Martin Rutrecht.

Olympiadritter Dimitri Peters und André Breitbarth wechseln nach Hamburg. Neue Generation mit Marc Odenthal kämpft in Paris.

Die Mannschaft des deutschen Rekordmeisters TSV Abensberg wird sich bei ihrem Comeback in der Judo-Bundesliga mit verändertem Gesicht präsentierten. Die Leistungsträger Dimitri Peters (100 kg) und André Breitbarth (Schwergewicht) stehen dem Erstliga-Rückkehrer nicht mehr zur Verfügung. Das Duo wechselt zum Nord-Konkurrenten Hamburger Judo-Team. Eine neue TSV-Generation baut sich um Rio-Starter Marc Odenthal auf, der wie Philip Graf am Wochenende beim Grand Slam in Paris beim ersten großen Wiedersehen der Stars nach Olympia 2016 am Start ist. „Der Abschied von Peters und Breitbarth ist sehr, sehr schade“, sagt der neue Abensberger Teammanager Fabian Seidlmeier unserem Medienhaus, auch in der Mannschaft seien „Bestürzung und Bedauern groß“. Laut Seidlmeier steht hinter dem Wechsel ein Sponsor der Hanseaten, der auch Peters unterstützt und den Olympiadritten von 2012 deshalb gerne bei Hamburg sehen wollte. Auch Schwergewichtler Breitbarth ging mit. „Ihre Abgänge sind aktuell nicht zu kompensieren. Wir werden auf junge Abensberger Judoka sowie unsere internationalen Stützen zurückgreifen.“

Losung lautet: „Jetzt erst recht!“

Der Wechsel der beiden früheren Babonen-Kempen deutet beim Rekordmeister einen Umbruch an. Absehbar ist auch, dass Sven Maresch (81 kg) nach Ende dieser Saison aufhört. International betritt er in einer Woche in Rom das letzte Mal die Matte. Das Bundesliga-Jahr 2017 wird er für Abensberg aber auf alle Fälle bestreiten. Mit Benjamin Münnich haben die Babonen schon reagiert. „Neben Dominic Ressel und Alexander Wieczerzak zählt er zu den Top Drei Deutschlands“, so TSV-Cheftrainer Jürgen Öchsner. Münnichs Rivalen kämpfen am Wochenende in Paris, er selbst wird in Rom eingreifen. Beim Spitzenturnier in Frankreich wirft sich mit Marc Odenthal (90 kg) einer der künftigen TSV-Leistungsträger erstmals nach Rio wieder ins internationale Geschehen. „Ich sehe mich nicht als neues Aushängeschild. Ich werde mein Bestes für Abensberg geben. Die Stimmung im Verein lautet: Jetzt erst recht!“, so der 26-jährige Sportsoldat aus Köln. Odenthal, der schon 2016 für die Babonen kämpfte, scheint längst angekommen im berühmten „Omschberger“ Wohlfühlklima. „Es macht mir ungeheuer Spaß, für die Truppe anzutreten. Bis auf ein, zwei Termine werde ich auch alle Bundesliga-Kämpfe schaffen, vor allem Viertelfinale und Endturnier.“

Sebastian Seidl macht noch Pause

Nach dem frühen Rio-Aus geht Odenthal das Jahr 2017 unter veränderten Vorzeichen an. „Wir müssen noch nicht auf den Olympiazyklus für 2020 schielen. Also kann ich Turniere wie Paris oder in zwei Wochen Düsseldorf als eigenständige Ereignisse sehen, wo ich bestmöglich abschneiden will“, sagt der Athlet. An der Seine hält er eine Medaille durchaus für möglich. In seiner 90 kg-Gewichtsklasse fehlen die Top Vier der Weltrangliste, insofern steigen die Chancen des 26-Jährigen, der im Turnier-Tableau auf Rang elf gereiht ist. „Manche Topathleten machen noch Pause oder sind erst im Aufbautraining. An der Qualität des Grand Slam in Paris ändert das kaum etwas, neue Kräfte drängen ja auch nach.“ Odenthal peilt heuer ein Ticket für die WM Ende August an.

Auf Abschiedstour

  • Sven Maresch:

    Im Vorjahr trat der 30-jährige Athlet des TSV Abensberg noch bei den Olympischen Spielen an, nun beendet der Berliner seine Karriere. Nicht ganz freiwillig, wie er im Gespräch mit unserem Medienhaus verriet. „Die WM heuer hätte ich noch gerne mitgenommen. Aber der Deutsche Judobund setzt auf Verjüngung und so bin ich ab 1. April nicht mehr Kadermitglied.“ Das Weltcup-Turnier in Rom in einer Woche wird Mareschs Abschiedsvorstellung.

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  • Laufbahn:

    Im Anschluss bleibt Maresch noch einige Monate Sportsoldat, ehe er mit Unterstützung der Bundeswehr eine Ausbildung absolvieren kann. Als größte Erfolge in seiner Karriere feierte er EM-Bronze 2014 sowie WM-Team-Bronze im selben Jahr und im Jahr davor. 2015 wurde er bei der Judo-WM im Einzel Siebter. Grand-Slam-Siege heimste er mehrmals in Moskau ein. Ausgerechnet bei Olympia in Rio patzte Maresch: Aus in Runde eins.

 

 

Der Halle in Paris-Bercy mit knapp 10 000 Fans stellt sich auch 60 kg-Mann Philip Graf. „Nach seinem bescheidenen fünften Rang bei der deutschen Meisterschaft hat er sicher etwas gut zu machen. Das Ergebnis hat ihn aber nicht entmutigt“, so Jürgen Öchsner. Pause hat noch 66 kg-Olympionike Sebastian Seidl, der nach seinen abschließenden Polizei-Prüfungen erst ins Training einstieg.

Kategorien: News

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