|
Nervenaufreibender Krimi um sensationelle Aufholjagd !!!
Einen Tag nach dem 15. Titelgewinn des TSV Abensberg ist es immer noch wie ein Traum. Die Mannschaft aus Niederbayern setzte sich zunächst in einem packenden Halbfinale gegen den JC Leipzig (7:5) und letztlich im Finale gegen das Hamburger Judoteam (7:5) durch. Der Gastgeber aus der Hansestadt hatte sich zuvor, von einer Welle der Begeisterung getragen, gegen den KSV Esslingen mit 7:4 durchgesetzt. Der TSV Abensberg war im Vorfeld des Finales von allen Seiten als Titelfavorit gehandelt worden. Dennoch machten Verletzungen dem alten und neuen Deutschen Meister unmittelbar vor der Finalrunde sorgen. Ole Bischof konnte aufgrund einer Knieverletzung nicht eingesetzt werden und auch Andreas Tölzer und Björn Bachmann standen aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung. Es kam also von Anfang an auf eine ausgeklügelte Taktik an.
Gegen die Sachsen vom JC Leipzig führte der TSV nach der Halbzeitpause mit 4:3. Punke holten dabei Lasha Gujejiani (+100 kg) mit einem Bilderbuch- reifen Uchi Mata gegen Fabian Hubert, Christopher Völk (-73 kg) gegen Norbert Fleischer, Miklos Ungvari (-66 kg) gegen Johannes Herzig und Dimitri Peters (-100 kg) gegen Manuel Viehweg. Markus Reiter (-60 kg), Fabian Seidlmeier (-81 kg) und Robert Dumke (-90 kg) unterlagen jeweils.
Mit diesem knappen Ergebnis ging der TSV in die Halbzeitpause. Er entschloss sich schließlich in den Gewichtsklassen...
60 kg, 66 kg, und 81 kg zu wechseln. Im ersten Kampf des zweiten Durchgangs erkämpfte James Millar (-60 kg) gegen Simon Yacoub „nur“ ein Remis. Lasha Gujejiani machte daraufhin im Schwergewicht mit Danni Tempel kein langes Federlesen und holte den wichtigen fünften Punkt für den TSV. Beim zweiten Aufeinandertreffen von Christopher Völk und Norbert Fleischer setzte sich diesmal der Sachse mit einer mittleren Wertung durch, womit er für den erneuten Leipziger Anschlusspunkt sorgte. Umso wichtiger war der darauf folgende Ippon- Sieg von Gerhard Zeitler (-66 kg) gegen Philipp Mackeldey. Aus taktische Gründen kam bis 81 kg TSV Kämpfer Stefan Kneitinger, der es mit DJB- Spitzenkämpfer Robert Gess aufnehmen musste. Gess konnte sich hier mit einem Schulterwurf durchsetzen und machte die Begegnung noch einmal spannend. Kämpferisch stark holte Robert Dumke daraufhin bis 90 kg ein Remis gegen Frank Dedek, welches bereits entscheidend gewesen ist. Dimitri Peters gelang es schließlich mit einem Sieg gegen Rene Kirsten den 7. Punkt zum Finaleinzug zu holen.
Dass es dort nicht leicht werden würde, war allen Verantwortlichen klar. Grobe Schnitzer durfte man sich gegen die hoch motivierten Hanse- Städter nicht leisten. Gleich zu Beginn holte Markus Reiter (-60 kg) mit großem Kampfgeist gegen Banaiy Babak ein wichtiges Remis. An Dominik Gerzer lag es nun seine Qualitäten gegen den Schwergewichts- Vize- Olympiasieger Abdullo Tangriev einzusetzen. Tangriev ließ dem Abensberger aber keine Entfaltungschancen. Dominik verlor durch Bestrafungen vorzeitig. Überlegen war bis 73 kg hingegen Zaza Kedelashvili, der auf das junge Hamburger Talent Max Münsterberg traf. Mehrfach hatte Kedelashvili den Hamburger in der Luft, bekam endlich Waza Ari und brachte dieses routiniert über die Zeit. Durchaus spritzig begann auch Gerhard Zeitler (-66 kg) gegen Sascha Costa. Gerhard brach jedoch etwa eine Minute vor Kampfende konditionell ein, wodurch ihm unnötige Fehler passierten. Einer davon sorgte etwa drei Sekunden vor Schluss für seine vorzeitige Niederlage und den zweiten Hamburger Punkt. Mit einer riesigen Leistung gelang es daraufhin Fabian Seidlmeier bis 81 kg gegen Daniel Falk ein Remis zu holen, nachdem er bereits hoch im Rückstand war. Nach dem fünften Kampf hatte der TSV erst einen Punkt und auch Robert Dumke (-90 kg) gelang gegen Maxim Chykurda kein Sieg. Erlösend also der Ippon von Dimitri Peters im letzten Kampf gegen Robin Wendt. Der Halbzeitstand von 3:2 für Hamburg versprach nichts Gutes. In der Kabine wurde die Mannschaft für die zweite und entscheidende Runde eingestellt und motiviert. Wie eine Erlösung war der Entschluss von Ole Bischof trotz seiner Knieverletzung zu kämpfen. Das gab der Mannschaft noch den entscheidenden Kick Selbstvertrauen.
Für Markus Reiter und Robert Dumke war gegen Rishod Sobirov und Abdullo Tangriev nichts zu holen. Bei einem Stand von 5:2 für Hamburg musste jetzt jeder Kämpfer punkten. Das war der Plan, und er ging auf. In einer Nerven zerfetzenden Aufholjagd besiegte Kiyoshi Uematsu (-73 kg) Max Münsterberg mit Ippon, bevor auchMiklos Ungvari (-66 kg) Dominik Falk mit einer Würgetechnik bezwingen konnte. Dadurch war der TSV wieder auf 5:4 heran gekommen. Nun die Frage: Hält Bischofs Knie? Ole Bischof entfachte bis 81 kg gegen den WM- Fünften Srdjan Mrvaljevic ein Angriffsfeuerwerk sondergleichen und ließ diesem keine Chance. Mit einem Haltegriff bezwang er den Hamburger schließlich und unter den Trommelschlägen und dem Jubel der TSV Fans sowie der Mannschaft feierten alle den Ausgleich in diesem Krimi. Wie aufgedreht ging nun auch der sonst recht ruhige David Alarza bis 90 kg auf die Matte und ließ keinen Zweifel daran, dass er gegen Aleksej Riedel als Sieger von der Matte gehen würde. Mit einem wunderschönen Ippon holte David erstmals die Führung für den TSV. Da alle mit gerechnet hatten, wusste man, dass der TSV Deutscher Meister sein würde, wenn Dimitri Peters im letzten Kampf gegen Nachwuchstalent Robin Wendt nicht mit Ippon verlieren würde. Die Spannung in der Halle konnte man greifen und nun hielt es auch den Letzten nicht mehr auf seinem Platz. Ein Schrei der Erlösung und der Freude dröhnte durch die Halle, als Dimitri letztlich den entscheidenden Wurf ansetzte und dem TSV Abensberg den 15. Deutschen Titel seiner Vereinsgeschichte sicherte. Danke an alle Fans und die Mannschaft, sowie alle, die ihren Teil zu diesem Erfolg beigetragen haben. Fotos dieses Spektakels sehen Sie demnächst auf dieser Seite. |