Abensberger Schaulaufen vor russischen Judo-Stars

seidl_kopfstandDer deutsche Rekordmeister zementiert seinen Süd-Titel mit dem 10:3 gegen JC Leipzig ein. Die Europacup-Armada aus St. Petersburg guckt zu.

Aus: http://www.mittelbayerische.de/sport/kelheim/sport-aus-der-region-kelheim/artikel/abensberger_schaulaufen_vor_ru/706116/abensberger_schaulaufen_vor_ru.html

 

Die beiden derzeit vielleicht besten Judo-Klubs des Kontinents trafen sich am Samstag in der Josef-Stanglmeier-Halle: TSV Abensberg und Newara St. Petersburg. Sie hatten aber nicht vor, gegeneinander anzutreten. Im Einsatz war nur der deutsche Rekordmeister im Bundesliga-Duell mit JC Leipzig. Die Russen guckten interessiert – und mit Blickrichtung Europacup in Antalaya – zu. Sie sind derzeit im Reha-Zentrum von Klaus Eder in Donaustauf zugegen. Den Ausflug an die Abens nahmen sie gerne mit (siehe auch Info-Kasten).

Gäste mit mauer Besetzung

Die Ehrengäste bekamen eine starke Leistung der Abensberger zu sehen, die allerdings einmal mehr nicht wirklich gefordert waren. „Ich hätte mir schon erwartet, dass die Leipziger als Abstiegskandidat ein wenig besser besetzt zu uns kommen würden“, sagte TSV-Chefcoach Radu Ivan enttäuscht.

Vizeweltmeister Andy Tölzer hatte solches vorhergesehen. „Die sind ohne Ausländer gekommen. So habe ich mir das von vornherein gedacht. Anscheinend konzentrieren sich die Sachsen voll auf den letzten Heimkampf.“ Angesichts dieser Ausgangslage rechnete Tölzer mit einem deutlichen Sieg – der sich mit 10:3 auch einstellte. Die Zurückhaltung von Fanclub-Chef Ernst Hueber war unbegründet: „Ich weiß nicht, wie ich die Leipziger diese Saison einschätzen soll.“ Auf Sieg setzte aber auch er.

Unerwartete Niederlage zum Start

Doch das erste Duell des Nachmittags ging überraschend an die Gäste. WM-Starter Dimitri Peters (bis 100 kg) lief bei zwei Ansätzen zwei Mal in Kontertechniken von Rene Kirsch, der damit dem JC das 1:0 bescherte. Auch der zweite Kampf verlief zunächst nicht so, wie es sich der TSV vorgestellt hatte. Andy Tölzer tat sich schwer mit dem hünenhaften und kräftigen Henry Hubert. Erst mit Fortdauer der Begegnung gewann der Vizeweltmeister die Oberhand und siegte vorzeitig.

Danach ging es dahin mit den Sachsen. Der Brite James Millar (bis 60 kg) zwang das deutsche Talent Simon Yacoub mit einem Haltegriff vorzeitig in die Knie. WM-Starter Christopher Völk (bis 73 kg) hatte mit Tim Jesper leichtes Spiel und packte das 3:1 für Abensberg drauf. Im Lager des Hausherren wunderte man sich über die Aufstellung der Leipziger in Völks Gewichtsklasse, hatten die Gäste doch mit U23-Vizeweltmeister Hannes Conrad ein ganz anderes Kaliber im Köcher. Doch der Youngster hatte kein Gewicht gemacht, war also zu schwer für die 73 kg-Kategorie.

Als TSV-Weltmeister Ilias Iliadis (bis 90 kg) die Matte betrat, konnte einem sein Gegner Frank Dedek Leid tun. Seinem Coach Radu Ivan hatte der Olympiasieger von 2004 zuvor schon bedeutet: „Ich brauche zwei Minuten.“ Dass es dann doch knapp drei Minuten wurden, war der einzige Erfolg von Dedek. Ein hartes und ausgeglichenes Duell gab es in der Gewichtsklasse bis 81 kg, wo die Abensberger Nachwuchshoffnung Yannick Gutsche gegen den erfahrenen Robert Gess nach Punkten unterlag.

Pförringer in starker Form

In guter Form präsentierte sich erneut der Pförringer Sebastian Seidl (bis 66 kg). Er hielt Pascal Jankowicz nach zweieinhalb Minuten am Boden fest, sodass der Leipziger abklopfen musste. Auch hier hätte der JC stärkere Alternativen im Kader gehabt. Den Hausherren konnte es egal sein, zur Pause war das Duell bei einer 5:2-Führung des TSV im Grunde entschieden.

Spätestens nach den Blitzerfolgen des WM-Dritten Lukas Krpalek (bis 100kg) aus Tschechien und von „Dima“ Peters, der sich im Schwergewicht rehabilitieren durfte, war auch der letzte theoretische Zweifel beseitigt. Philip Graf (bis 60 kg) blieb zwar sieglos, aber auf sein Remis gegen den starken Yacoub durfte er stolz sein. Völk und Robert Dumke (bis 90 kg) bauten die Führung auf 9:2 aus. Fabian Seidlmeier rückte in die 81 kg-Klasse auf und verlor dort gegen den ebenfalls höher kämpfenden 73 kg-Junioren-Vizeweltmeister Conrad. Den Schlusspunkt setzte aber der deutsche Rekordmeister. Seidl rang Jankowicz erneut nieder.

Gruppen-Kehraus beim Verfolger

Nach dem 10:3, das Abensberg zum Titelträger der Bundesliga-Süd-Gruppe macht, stellte sich die Frage, ob der TSV drei Ausländer für eine solch leichte Aufgabe bemühen musste. „Wir haben als Deutscher Meister unsere Ansprüche. Auch wenn die Gegner mit Rumpfaufgeboten kommen, müssen wir längst nicht diese Linie mitgehen. Wir machen es so, wie wir es wollen“, hielt Cheftrainer Ivan fest. Am letzten Kampftag der Gruppenphase (Samstag, 8. Oktober) reist der Süd-Meister zum Gruppenzweiten KSV Esslingen. Das Duell ist für beide Teams bedeutungslos. „Dennoch wollen wir gewinnen“, so Ivan. (mar/eab)

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